Presseerklärung Arezzo, 27.-29. Juni 2007
Die europäische Haushaltsgeräteindustrie: Umstrukturierungsprozesse, Innovationsstrategien und industrielle Beziehungen auf europäischer Ebene - welche Rolle nehmen die Europäischen Betriebsräte ein?
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Vom 27. bis 29. Juni 2007 treffen sich in Arezzo (Italien) erstmals Vertreter von Gewerkschaften, Unternehmen und Wissenschaft aus neuen wie alten EU-Mitgliedsländern, um über Alternativen zu unternehmerischen Restrukturierungs- und Verlagerungsprozessen in der europäischen Hausgeräteindustrie zu diskutieren. Grundlage ist die vom italienischen Institut für Arbeit durchgeführte Untersuchung, die das dramatische Ausmaß der Verlagerung von Produktionskapazitäten in Billiglohnländern und des damit verbundenen Verlustes von Arbeitsplätzen in den alten Mitgliedsländern offen legt.
Der alternative Ansatz des Europäischen Metallgewerkschaftsbundes (EMB) und seiner Mitgliedsgewerkschaften setzt vor allem auf Innovationsprozesse, um Arbeitsplätze in der europäischen Haushaltsgeräteindustrie zu sichern. In ihrem Strategiepapier identifizieren die europäischen Metallgewerkschaften drei zentrale Ansatzpunkte für eine Innovationsstrategie:
1.) Die Standortvorteile, die Europa z.B. im Bereich von Forschung und Entwicklung oder auch der Qualifikation der Arbeitnehmer gegenüber den Billiglohnländern hat, müssen wesentlich stärker genutzt werden, um neue Produkte zu entwickeln, die den sich wandelnden Bedürfnissen einer alternden Gesellschaft besser entsprechen.
2.) Mit Blick auf die klimapolitischen Zielsetzungen muss die Haushaltsgeräteindustrie darauf orientieren, Geräte mit einem möglichst niedrigen Energieverbrauch zu produzieren. Entsprechende gesetzlich definierte Mindeststandards sollten zur Überwindung eines ausschließlich preisorientierten Wettbewerbs führen.
3.) Die Fördermittel der EU-Kommission sollten nur noch solchen Unternehmen gewährt werden, die langfristig neue Arbeitsplätze schaffen und für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung in den Regionen sorgen.
"Die europäischen Metallgewerkschaften werden sich vehement gegen Massentenlassungen und Werksschließungen wehren. Die Metallgewerkschaften fordern eine verantwortliche Politik der Arbeitgeber der europäischen Haushaltsgeräteindustrie, die den betroffenen Beschäftigten alternative berufliche Perspektiven eröffnet", sagte EMB-Generalsektretär Peter Scherrer unter Verweis auf die wachsende Zahl der Verlagerungsprozesse in der Haushaltsgeräteindustrie.
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